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er über Suchmaschinenwerbung Kunden erreichen will, kommt an einer Anzeigenschaltung bei Google kaum vorbei. Doch auch andere Netzwerke bieten gute Werbemöglichkeiten und können so für bestimmte Themen und Branchen zusätzliche Potentiale erschließen.

Vor allem im B2B-Bereich sind die oft unterschätzen Microsoft Ads (ehemals Bing Ads) eine interessante Ergänzung zum Google-Werbenetzwerk. Es lohnt sich für Werbetreibende, genauer hinzuschauen, welche Möglichkeiten eine Anzeigenschaltung bei Microsoft Advertising bietet.

In diesem Blogbeitrag stellen wir Microsoft Advertising vor und erklären Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Google Ads.

Microsoft Advertising

Pixabay: https://pixabay.com/de/photos/suche-suchen-suchmaschine-2951638/

Haben Microsoft Ads nicht eine zu geringe Reichweite?

Viele Werbetreibende behandeln Microsoft Ads immer noch stiefmütterlich, da die Bing-Suchmaschine vermeintlich eine zu geringe Reichweite im Vergleich zum Suchmaschinenriesen Google hat. Doch gerade in Unternehmen sitzen viele Nutzer an Desktoprechnern, auf denen Microsoft-Produkte installiert sind. Oftmals ist hier dann auch die Microsoft-Suchmaschine als Standard von der IT-Abteilung eingerichtet und kann oft gar nicht von den Anwendern geändert werden. Daher sind Microsoft Ads besonders im Bereich der B2B-Zielgruppen spannend.

Weltweit betrug der Marktanteil der Microsoft-Suche auf dem Desktop im Jahr 2020 laut Daten von comScore qSearch 14% und in Europa 11%. Das hört sich zwar gering an. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern groß. Während in Italien gerade einmal 9% der User über Bing suchen, sind es in Deutschland mittlerweile 25%. Dieser Wert ist auch insofern beachtlich, da noch vor 5 Jahren der Marktanteil in Deutschland bei lediglich 7% lag. Weitere Länder in Europa mit einem deutlich zunehmenden Marktanteil der Microsoft-Suche sind zum Beispiel Frankreich oder das Vereinigte Königreich. Auch jenseits von Europa sind die Unterschiede groß. Während Bing in den USA einen hervorragenden Marktanteil von 38% hat und auch Kanada mit 25% punkten kann, besitzt Bing in Lateinamerika nur einen Marktanteil von 7%.

Auf welchen Plattformen wird die Werbung ausgespielt?

Wer bereits Werbung bei Google schaltet, weiß, dass diese nicht nur auf Google-eigenen Webseiten ausgespielt wird, sondern auch bei den sogenannten Suchnetzwerkpartnern. Auch bei Microsoft Advertising wird ein vergleichbares Prinzip genutzt. Anzeigen werden nicht nur auf der hauseigenen Suchmaschine Bing ausgespielt, sondern auch auf weiteren Plattformen, die den Suchalgorithmus von Bing nutzen. Die Partner werden hier als Konsortialsuchpartner bezeichnet. Für Werbetreibende interessante Beispiele sind hierfür unter anderem Yahoo, AOL, die Öko-Suchmaschine Ecosia und DuckDuckGo.

Das Nutzer-Interface

Mit dem Google-Interface vertraute Nutzer werden sich auch in der Microsoft-Ads-Oberfläche schnell zurechtfinden. Die Funktionalitäten sind ähnlich, lediglich die Optik unterscheidet sich etwas. Dabei wirkt die Oberfläche bei Google Ads deutlich moderner. Das aktuelle Microsoft Advertising erinnert eher an eine ältere Variante des Google Ads Kontos.

Interface Microsoft AdsInterface von Microsoft Ads

Interface Google AdsInterface von Google Ads

Während viele Funktionen ähnlich benannt und auch an ähnlicher Stelle zu finden sind, gibt es doch auch einige Unterschiede in der Bezeichnung, die Werbetreibende kennen sollten. So werden zum Beispiel aus den Google Conversions bei Microsoft Abschlüsse. Label heißen bei Microsoft Bezeichnungen. Googles Bulk-Aktionen sind bei Microsoft als Massenbearbeitung zu finden. Etwas störend im täglichen Handling ist, dass Microsoft Ads bei jedem neuen Aufruf des Interfaces wieder alle Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords anzeigt (auch die pausierten). Und das auch, wenn man bereits bei vorherigen Besuchen eingestellt hat, dass nur aktivierte Elemente angezeigt werden sollen. So heißt es bei jedem Besuch immer wieder aufs Neue, die Grundeinstellungen zu definieren.

Eine sehr hilfreiche Funktion ist die Importfunktion. Mit wenig Aufwand können damit bereits vorhandene Google Ads Kampagnen in die Microsoft-Ads-Plattform importiert werden. Danach nochmal die Einstellungen für Gebote und Budgets überprüfen beziehungsweise anpassen – fertig. Somit sind die Setup-Kosten für die zusätzliche Werbung bei Microsoft gering. Auch Facebook-Kampagnen lassen sich mittlerweile in Microsoft Ads importieren und dort als Display-Kampagne nutzen.