Was war das für ein seltsames Jahr 2020? Nicht nur für das Online-Marketing – auf der ganzen Welt wurde der Alltag für ausnahmslos alle Menschen neu definiert. Der Grund: natürlich die globale Corona-Pandemie. Plötzlich wird von überall aus dem Home-Office gearbeitet. Hefe, Toilettenpapier und Mehl sind zeitweise restlos ausverkauft. (Seit der Netflix-Serie „Das Damengambit“ sind es übrigens die Schachbretter – ein weiteres Kuriosum des Jahres 2020).

Aber 2020 war nicht nur Corona. Was das Jahr für das Online-Marketing bereit hielt, erfährt man in unserem Artikel.

Die Google-Suchtrends 2020 – von Corona bis Wendler

Wenn man das Jahr Revue passieren lässt, darf natürlich ein Blick auf die Google-Suchtrends nicht fehlen. Was hat die Menschen (neben dem einen leidigen Thema) beschäftigt?

Eine Antwort: In keinem anderen Jahr wurde so oft nach Rezepten für Sauerteigbrot gesucht!

Eine andere Antwort: Der Bald-US-Präsident Joe Biden ist für die Menschen in Deutschland ähnlich interessant wie Nordkoreas Kim Jong-un oder die Wendlers (Laura Müller und Michael).

Die Google-Suchtrends im Jahr 2020. Corona dominiert.

Quelle: Google

Was die Deutschen 2020 sonst noch beschäftigt hat? Zum Beispiel die Frage, warum Xavier Naidoo bei DSDS ist. Oder wo denn eigentlich Donald Duck wohnt.

Die Wo- und Warum-Fragen in der Google-Suche 2020.

Quelle: Google

Alle Daten rund um die Trends in der Google-Suche im Jahr 2020 können unter https://trends.google.com/trends/yis/2020/DE/ aufgerufen werden.

Datenschutz und politische Entscheidungen

Spätestens seit diesem Jahr 2020 verfolgt die User auf nahezu jeder Website die Aufforderung, der Cookie-Speicherung zuzustimmen. Dies geschieht in der Regel über einen Cookie-Consent-Banner. Der Grund liegt in neuen EU-Datenschutzrichtlinien. Gemäß diesen reicht es nicht mehr aus, Cookies lediglich ablehnen zu können. Der User muss aktiv dem Tracking zustimmen.

Keine gute Nachricht für Google, die mit Google Analytics ein Analyse-Tool zur Verfügung stellen, das vom User-Tracking lebt. Die Lösung? Eine cookielose Tracking-Alternative, um in Sachen Analyse-Tool nicht gegen Matomo zu verlieren (immerhin haben das auch große politische Institutionen auf ihrer Website im Einsatz). Google stellte eine solche Alternative im Oktober mit Analytics 4.0 vor. Doch für eine umfassende Bewertung des Tools ist es noch zu früh. Die Cookie-Thematik wird Werbetreibende nicht nur deshalb auch im Jahr 2021 weiter beschäftigen.

Das Privacy-Shield-Abkommen zwingt Website-Betreiber zum Handeln

Zusätzlich zur vorherrschenden Cookie-Problematik kippte dann der EuGH auch das Privacy Shield Abkommen mit den USA, das bis zum Juli 2020 Bestand hatte. Betroffen davon sind Unternehmen, die personenbezogene Daten zum Beispiel über Dritt-Anbieter-Tools an Server im nicht-europäischen Ausland senden. Darunter fallen auch diverse Newsletter und Marketing-Automation-Tools.

Marmato hat sich dem Thema angenommen – hier mehr zum Privacy-Shield-Abkommen erfahren!

Eigene Website noch nicht sicher? Dann sollte dies Anfang 2021 unbedingt in Angriff genommen werden. Jetzt Risiko-Check beantragen.

Digitalsteuer seit November 2020

Die politischen Entscheidungsträger in Österreich, der Türkei und Großbritannien hatten entschieden – und so trat die Digitalsteuer im November 2020 in Kraft.

Google entschied sofort, diese Steuer an den Endverbraucher weiterzugeben. Das heißt: Wer Klicks in den genannten Ländern über Google Ads generiert, muss diese nun besteuern. Werbetreibende sollten daher die zusätzlich anfallenden Mehrkosten schon vorab ins Tagesbudget einkalkulieren. Aber Vorsicht: die Länder wenden dabei unterschiedliche Steuersätze an.

Auch andere Länder wie Frankreich, das die Digitalsteuer aufgrund der Pandemie erst einmal aufgeschoben hat, werden höchstwahrscheinlich nachziehen. Spannend bleibt auch, ob Microsoft, Facebook, Linkedin, Xing und andere Werbeplattformen die Steuern an den Endverbraucher weitergeben werden.

Das war das Jahr 2020 aus SEA-Sicht

Google nimmt und Google gibt: Seit September zeigt Google im Ads-Konto nur noch Suchbegriffe an, die von einer großen Anzahl an Usern gestellt wurden. Dies soll zu einer „Stärkung der Privatsphäre und Datensicherheit der User“ beitragen. Für Werbetreibende bedeutet dieser Schritt: Noch weniger Nutzerdaten werden ersichtlich und können so zur Optimierung genutzt werden. Davon betroffen sind vor allem Unternehmen, die nur ein geringes Budget bei Google Ads einsetzen können.

By the way: Happy Birthday Google Ads – ehemals Google Adwords! Im Oktober vor 20 Jahren hat Google seine Werbeplattform ins Leben gerufen.